Der
Schimmel
Zur
Zucht des Braunschimmels
Zuchtgeschichte
Die
Reinzucht des DW geht auf 4,6 „Patriarchen“ zurück.
Zwei dieser Stammhunde kamen aus Hannover (blieben Außenseiter,
und ihr Blut ist in der heutigen Zucht nicht mehr vertreten), eine Hündin,
die Baby auf der Schanze 1938 L, kam aus dem Rheinland, ein Rüde
aus dem Allgäu (Außenseiter) und nicht weniger als 6 aus dem
Dreieck München – Ammersee – Starnbergersee, also aus
dem Herzen Oberbayerns.
Donnar vom Klosterhof190
Rudolf Friess (R.F.) verfolgte von Anfang an die Idee, die so eng begründete
Rasse in 2 getrennten Schlägen zu züchten, um bei Bedarf einen
Stamm weniger en verwandter Wachtelhunde zu „Blutauffrischung“
verwenden zu können. Nachdem dies mit dem sog. „Hannoveraner
Zweig“ (s.o.: 2 Außenseiter aus Hannover) nicht gelang, war
R.F. froh, als nach fast 2 Jahrzehnten Reinzucht als letzte der Stammhündinnen,
die einzige Schimmelhündin, die Baby auf der Schanze 1838 L in die
Zucht kam und Stammmutter aller Schimmel wurde. Diese Baby 1838 L brachte
von ihrer Abstammung her – die m.E. nie so ganz geklärt war
(vielleicht spielte da auch die Nähe Frankreichs mit seinen vielfältigen
Epagneulrassen etwas mit) – und von ihrem Charakter her Neues in
die Wachtelzucht. Jedenfalls ging Baby durch mehrere Hände, war u.a.
beim Förster Schneider in Rötgen bei Aachen zum „besten
Schweißhund und Saufinder in der ganzen Eifel geworden“ und
„als ihr die Eifelreviere zu klein waren“ wurde sie in den
Taunus zu Rittmeister Berger verkauft.
Unterschied
in Farbe und Leistung
Angepaart
mit braunen Rüden, die offen oder verdeckt die Farbe Weiß noch
zeigten, fielen auf Baby 1938 L neben Schimmeln auch Weißbraune
und Braune im gleichen Wurf; und aus Schimmel x Schimmel entwickelte sich
nun der Schimmelstamm, der in direkter Mutterlinie noch heute lückenlos
bis auf Baby zurückverfolgt werden kann. Neben der neuen Farbe brachte
diese Hündin völlig neue jagdliche Eigenschaften in die Rasse.
Als Hund mit einem unbändigen Spurwillen war sie nicht leicht zu
führen und wanderte deshalb auch durch viele Hände, bevor sie
zu Rittmeister Berger kam. R.F. beschrieb den Schimmeltyp der Anfangszeit
am besten an seinem Leibhund Sieger Donnar vom Klosterhof 19/0: "Donnar
war noch schärfer und ein Fuchs- und Hasenjäger, vor allem aber
ein Schweißhund auf Bock, Hirsch und Saum wie ich keinen besserern
besessen, noch gesehen habe. Totsicher, wie Gift, auch in verzweifelten
Fällen! Aber in der Jugend, durch seine uferlose Jagdpassion oft
zum Verzweifeln." So ergab es sich, dass R.F. die Kennzeichnung der
zwei Stämme nicht allein farblich in Braun und Schimmel, sondern
auch hinsichtlich der Veranlagung deutlich unterschied. Fprtan galten
die Braunen als ruhige Kurzjager, leicht bogenrein zu machen, die Schimmel
als passionierte, temperamentvolle Langjager, besonders geeignet für
die Einzeljagd auf Fuchs und Hase und für schwierige Schweißhetzen.
Im
Lauf der Zucht hat sich dieser Leistungsunterschied verwischt, zumal gerade
nach dem 2.Weltkrieg dem braunen Stamm immer wieder Schimmelblut gezielt
zugeführt wurde. Da die Farbe braun gegenüber braunschimmel
dominant vererbt wird, ist dies ja äußerlich nicht erkennbar.
Reinbraune Hunde gibt es heute nicht mehr.
Der
Schimmel als "Hasenhund"
Nicht
unerwähnt soll aus meiner Sicht allerdings bleiben, dass die
Eigenschaften des jagenden HUndes, die sog. Brackeneigenschaften,
in vollendeter Ausprägung nach wie vor in erster Linie beim
Schimmel zu finden sind., Der Leistungsnachweis "Weitjagerstrich",
der seit 1970 als "Leistungsnachweis im praktischen Jagdbetrieb"
vergeben wird, wurde fast ausschließlich von Schimmeln erbracht.
Und während braune DW auf Prüungen oft hervorragende Spurarbeiten
zeigten, gelang es in der Vergangenheit nicht, diese Veranlagung
verstärkt im braunen Stamm herauszuzüchten. Mir scheint,
die Eigenschaft des "Hasenhundes", also eines Hundes,
der die angewölfte Vorliebe für den Hasen gegenüber
dem Schalenwild von Haus aus mitbringt, ist beim Schimmel heute
noch ausgeprägt vorhanden.
Dies
zeigt sich oft schon beim Welpen mit 4 bis 6 Monaten. Richtig angeleitet,
reagieren solche Junghunde wie elektrisiert, wenn sie die ersten
Hasenspuren in die Nase bekommen, während sie der Spur des
Rehes wenig Interesse entgegenbringen - soweit sie eben von der
Veranlagung her "Hasenhunde" sind. Wenn ich das Schalenwildjagen
benötige, kann ich dies später noch den meisten DW beibringen,
aber nicht umgekehrt. Gerecht bejagt, werden "Hasenhunde"
in ein bis zwei Herbsten zu rehreinenen Hasenfindern und -jagern,
oder, nach dem Schuss, zu fährtentreuen Schweißhunden. |

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Solojägers Basse 170-73 (Weitjager)
(Urgroßmutter
von Mascha)
|
(Text: Bernd Rupp)
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